Es ist vollbracht. Die letzte Etappe von Bellas und Edwards Geschichte ist auf der Leinwand zu sehen. Ich resümiere meine höchst unterschiedlichen Gedanken möglichst spoilerfrei, in fünf Gründen. Nicht für den Film, auch nicht dagegen. Bloß … fünf Gründe.

Glückselig setzten wir unsere Reise in den kleinen, aber vollkommenen Teil unserer Ewigkeit fort.

Bella Swan

 

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch den letzten Film der Twilight-Saga im Kino zu sehen. Mein Fazit: „Jaah. Zu Ende, ne?“

Ähnlich, wie bei Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2 bin ich nicht restlos überzeugt vom letzten Teil der Verfilmung. Erwartungen erfüllt, aber nicht übertroffen. Ein wenig Lob darf ich dennoch austeilen, ein wenig Kritik muss auch sein. Twilight: Breaking Dawn, Teil 2: 5 Gründe.

 

1. Kristen Stewart ist schön!

Bella. Breaking Dawn 2. Charakter Kino Plakat. (c)2012 Summit Entertainment.

Bella. Breaking Dawn 2. Charakter Kino Plakat. (c)2012 Summit Entertainment.

Wer vielleicht meinen letzten Artikel gelesen hat, weiß, dass ich nicht besonders viel von der Twilight-Hauptdarstellerin halte. Sie ging mir schon als todkranker Teenager in Panic Room auf die Nerven, ihr kurzer Gastauftritt als Halbschwester von Hayden Christensen in Jumper könnte auch der einer Heroinsüchtigen gewesen sein und ihre (Teil-)Moderation der Oscars 2010 zusammen mit Kollege Taylor Lautner war eine derartige Beleidigung für die Augen, dass man sich fragen muss, wie es dieses Mädchen überhaupt in die High Society dieser Welt geschafft hat und mit Diven wie Meryl Streep oder Kate Winslet über denselben Teppich schreiten schlurfen darf.

Umso beeindruckender, dass unsere liebe Kristen vom ersten Augenaufschlag an aussieht wie die Inkarnation von Photoshop. Vielleicht sind es die blutroten Kontaktlinsen (, die ihr wirklich gut stehen!), die Extra-Extra-Long-Volume-Extended künstlichen Wimpern (Vampire müssen lange Wimpern haben!) oder die mit XXL-Volumen „Shades of Lila“ aufgepowerte Mähne. Egal was, Kompliment an die Maske. Ich für meinen Teil konnte meine kritischen und voreingenommenen Augen kaum abwenden.
Die fünf Stunden in der Maske vor jedem Drehtag haben sich gelohnt ;-).

 

2. Vampire sind schön. Nur Cullen-Männer (und Rosalie) sind strange.

Dummerweise lässt eine derart perfekt inszenierte Kristen den ohnehin schon eher kränklich wirkenden Robert neben ihr beinahe grotesk aussehen. Ich war schon zuvor der Meinung, dass Robert Pattinson weniger Puder und mehr Farbe guttun würde. Aber in diesem Teil im Vergleich zu Bella „Perfekt“ Swan fast nicht mehr auszuhalten. Gut, wenn die beiden zusammen im Bild sind, dann kann man jetzt wenigstens sie anschauen.

Faszinierenderweise müssen wir aber feststellen, dass alle anderen Vampire, die neu hinzukommen, sehr penibel auf Perfektion geschminkt wurden. Die Damen ganz besonders, aber auch die Herren, man schaue sich nur Alistair (Joe Anderson (Imdb)) an – Hallooo! Wo warst du denn die ganze Zeit, während ich mich mit Robert Pattinson und Taylor Lautner begnügen musste?!
Wenn die Kamera dann mal wieder auf Edward oder Jasper stehen bleibt, mit ihrem furchtbar bleichen Gesicht, den beinahe lächerlich rosigen Lippen und den mit Abstand schlechtesten Gold-Kontaktlinsen des ganzen Films (sogar die von Bella sind schöner!), dann frage ich mich einfach nur “Wiesu denn bluß?”.

Wieso seid ihr Cullens (Carlisle eingeschlossen) eigentlich alle so seltsam überschminkt, während eure Frauen total normal mit ein bisschen Perfektions-Boost aussehen? Rosalie ausgenommen. Dafür, dass die Buch-Rosalie das schönste Mädchen auf dieser Erde sein soll, kann die Film-Rosalie nicht überzeugen.

 

3. Gute Freunde sterben – es lässt mich kalt!

(Spoiler-Warnung: Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte diesen Teil überspringen. Allerdings sei als Entwarnung gesagt: Der Film hält sich an die Buchvorlage :) )

Um meine Empörung über diesen Umstand zu verstehen, sei einiges vorweg gesagt: Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Will heißen, ich lasse mich sehr schnell in die Emotion, in die Atmosphäre einer Szene, eines Films, eines Buchs hineinfallen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich Inhalt und Ende kenne oder nicht: Ich kann zwanzig Mal hintereinander das Ende von Titanic ansehen und ich werde dabei zwanzig Mal weinen. Ich lese jedes Jahr zur Weihnachtszeit alle Harry Potter Bücher und jedes Mal heule ich wieder, wenn Sirius Black (und später Dumbledore, und noch später Fred (oder George?), Tonks und Lupin) stirbt. Ich schaue aus Prinzip keine Horror-Filme, weil ich sonst tagelang nicht schlafen kann.

Got it? ^^ Ich bin ein wirklich sehr emotionaler Mensch.

Seltsamerweise hat es mich in diesem Film allerdings völlig kalt gelassen, dass im Endkampf aus heiterem Himmel Carlisle geköpft wird.
“Schock. Das war unerwartet.”
Aber ich bin nicht traurig, ich habe nicht mal Tränen in den Augen. Nächster Versuch: Jasper.
“Oh, Jasper ist tot.”
Ich sehe Alice’ Schmerz und Raserei, aber ich denke nur “Oh. Na ja.”
Erst bei den Wölfen hat sich zum ersten Mal mein “Oh nein!! Wie traurig :’(“-Gefühl eingeschaltet. Aber im ganzen Film habe ich nicht eine Träne vergossen. Ich! Ich, die Heulsuse schlechthin!

Woran lag’s? Ich kann es wirklich nicht sagen. Vielleicht stimmte das Timing nicht, vielleicht war es so surreal, weil Vampire offensichtlich “FSK 6”-tauglich kein Blut in sich haben und abgerissene Körperteile daher eher wie die einer Schaufensterpuppe wirken.
Aber nichtsdestotrotz – ich hätte Rotz und Wasser heulen müssen. Hab ich aber nicht. Schade.

 

4. Ein neugeborener Vampir sieht in HD.

Kompliment an den Director of Photography! Bellas erste Wahrnehmungen mit ‚High Quality Spider Vampire Senses‘ sind hervorragend bildlich dargestellt. Mit geschmeidigem, nicht zu aufdringlichen Zoom auf kleinste Details, mit HD-Tierdokumentationsfähigen Aufnahmen von Natur und Umgebung, mit sensibler Einspielung unterschiedlichster Geräusche – Bravo!
Wie auf dem Gemälde an der gegenüberliegenden Wand jeder kleinste Farbpartikel auf den einzelnen Fasern der Leinwand zur Geltung kommt, wie die Krallen des Uhu auf dem Ast schaben, wirklich klasse. Lohnenswert, nicht nur in High Definition.

 

5. Alle Charaktere und Darsteller werden geehrt.

Last but not least:
Der Film als letztes Glied einer Pentalogie geschichtsträchtigen Ausmaßes schließt mit einer, wie ich finde, sehr ehrenvollen Geste ab. Vor dem Abspann werden alle im gesamten (Film-)Werk auftauchenden Handelnden Figuren noch einmal gezeigt – in aufsteigender Reihenfolge mit Schwarz-Weiß-Szene, Figurenname und Darstellername. Eine schöne Sache :)

 

Fazit

Ich werde es vermissen, mich auf eine Fortsetzung freuen zu können. Harry Potter ist abgedreht, Twilight ist abgedreht, Narnia ist irgendwo stecken geblieben … Aber ich werde den Teenie-Hype sicherlich nicht vermissen. Wer eine tolle Geschichte erleben will, sollte sich Stephenie Meyer’s Bis(s)-Reihe in Papierversion zulegen. Die ganz großen Emotionen haben es leider nicht auf die Leinwand geschafft.