Im Dezember wurde ich von guten Freunden in Sachen Superhelden filmisch geschult. So ganz blicke ich noch nicht durch Marvel und DC, The Avengers und Justice League, aber fünf Top-Helden habe ich trotzdem. Hier meine persönliche Top Five:

If I go crazy, then will you still call me Superman?

3 Doors Down: Kryptonite

 

Denken wir alle mal an Superhelden. Wer fällt uns spontan ein? Kein Flunkern!

Natürlich Superman. Superheld – Superman, das liegt einfach nahe, auch wenn Christopher Nolans neue Batman (Dark Knight) Trilogie den fledermäusigen Rächer der Nacht extrem gekonnt ins Rampenlicht gerückt hat.

 

„Manchmal muss man rennen, bevor man laufen kann“ (Tony Stark, Iron Man)

Aber ein Held muss mehr haben als Superkräfte und Cape. Hier meine 5 Kriterien als 5 Gründe für meine Top 5 Superhelden (ich lese keine Comics, alles bezieht sich auf die Filme):

  • Superkraft
  • Schwäche
  • Heldenkostüm
  • Hauptleben (inkl. Aussehen und Charakter)
  • Nebenfiguren

 

No. 5: Superman

Superman Returns. Filmplakat. (c)2006 Warner Bros. et al.

Superman Returns. Filmplakat. (c)2006 Warner Bros. et al.

Ja, ja, Superman ist der Vater aller Superhelden. Alleine bei der Auflistung der Superkräfte bei Wikipedia muss man unwillkürlich schlucken.

Stärken: Superschnell, superstark, kann fliegen, ist unverwundbar, Supergehör, hat den Hitze-, Röntgen-, Scan-, Mikroskop-, Teleskop- und Infrarot-Blick, Superatem und – oh ja – Hypnose-Fähigkeiten.

Puuuh, also diese Perfektion war vielleicht in den 1950ern cool. Aber nicht erst seit die Dramaturgie die Charakterentwicklung und Heldenreise erfunden hat, wissen wir: Übermenschen (Humanoide vom Planeten Krypton eingeschlossen) sind langweilig.

Schwächen: Deswegen haben sich die Macher etwas Besonderes einfallen lassen: Kryptonit.
Leider verschlimmbessert es das nur. Kryptonit soll Superman eine Schwäche geben und damit menschlicher machen. In meinen Augen macht es ihn einfach nur lächerlicher. Ich meine, wirklich? 10.000 Superkräfte und so ein kleiner radioaktiver Gesteinsbrocken haut ihn aus den Socken?
Das Beste an Kryptonit ist der gleichnamige Song von 3 Doors Down, ehrlich!

Hauptleben: Wie Bill in Kill Bill (Vol. 2) schon sagt, ist Supermans Hauptleben eigentlich Superman, denn anders als die anderen Superhelden verkleidet er sich nicht als Superheld, sondern als Mensch. Aber wieso muss es denn so ein Versager sein? Der Reporter Clark Kent hat Null Sexappeal, kein Geld, kein Auto und keine Frau.

Nebencharaktere: Clark Kent hat keine Frau, obwohl seine Kollegin Lois Lane wirklich hübsch, klug und willig ist. Die Reibung mit Clark macht Spaß, ist aber nicht das Gelbe vom Ei. Die klassischen Gegenspieler wie Lex Luthor sind okay. Nichts Weltbewegendes.

Fazit: Superman schafft es leider nur auf Platz 5 meiner Superhelden-Liste. Und das auch nur, weil ich mich unbedingt einmal darüber auslassen wollte, was für ein eindimensionaler Charakter er eigentlich ist. ^^

 

No. 4: The Amazing Spider-Man

Spider-Man. Filmplakat. (c)2002 Columbia Pictures et al.

Spider-Man. Filmplakat. (c)2002 Columbia Pictures et al.

Schreiten wir weiter voran. Spider Man. Selbes Rezept, anderer Koch.
Peter Parker ist wie Superman. Bloß, dass er von Geburt an ein Loser ist und sich nicht als einer tarnt, und dass seine übermenschlichen Fähigkeiten nicht von einem fernen Planeten kommen, sondern von einer radioaktiven Spinne. Ich hasse Spinnen. Aber Spider Man schafft es immerhin auf Platz 4:

Superkraft: Wendig wie eine Spinne, schnell wie eine Spinne, kann Netze weben wie eine Spinne, hat den Spider-Sense. Ganz nett – bis auf die Spinne.

Schwäche: Ähm … Peter Parker. Er ist halt trotz allem bloß ein Mensch. Und er ist zu nett. Und sein Onkel ist gestorben. Das muss reichen.

Heldenkostüm: Wird von Film zu Film besser. Sieht gut aus – für eine Spinne!

Hauptleben: Ohne Worte. Durchgefallen. Loser ohne Sexappeal, ohne Geld und ohne Frau. Außerdem von Tobey Maguire gemimt, oh mein Gott! Ich nehme dann den Sohn des Grünen Kobolds (James Franco).

Nebencharaktere: Sind schön anzusehen und geben der Story Logik. In Ordnung.

Fazit: Ach ja, ganz okay. Für eine Spinne. Immerhin besser als Superman.

 

No. 3: Wolverine

X-Men Origins: Wolverine. Filmplakat. (c)2009 20th Century Fox

X-Men Origins: Wolverine. Filmplakat. (c)2009 20th Century Fox

Eigentlich ist Wolverine ein Lückenfüller, weil ich weder Captain America, noch Hulk, Thor, Green Lantern oder Wonder Woman aufnehmen wollte. Aber Wolverine ist schon verdammt cool. Und er wird von Hugh Jackman verkörpert. Ein würdiger dritter Platz.

Superkraft: Er kann messerscharfe Knochenfortsätze zwischen seinen Fingern ausfahren, die später sogar (wie sein gesamtes Skelett) mit einer unzerstörbaren Adamantium-Legierung überzogen wurden. Cool!
Außerdem ist er ein Mutant (erinnert mich an Andrzej Sapkowskis (Roman) bzw. CD Projects (Videospiel)The WitcherGeralt, Pluspunkt dafür!), und hat dadurch erhöhte Regenerations- und Widerstandsfähigkeit.

Schwächen: Wolverine ist ein Draufgänger. Er liebt Schnaps, Schlägereien und Frauen – ja, cool! Das wollen wir sehen. Außerdem hat sein Gedächtnis einige Lücken. Super!

Heldenkostüm: Oberkörper frei und GO! Na ja, was soll ich sagen? Hugh Jackman halt. Koteletten wachsen lassen und bösen Blick aufsetzen. Perfekt!

Hauptleben: siehe Schwächen. Endlich mal ein Held, bei dem man eine emotionale Fallhöhe hat.

Nebencharaktere: Wolverine ist Teil der X-Men und Teil der Avengers (nicht im Film), beide sind ein cooler Haufen cooler Typen (oh mein Gott, hat jemand diesen Jeremy Renner gesehen??? <3)

Fazit: Ein verdienter Lückenfüller-Platz-3!

 

No. 2: Batman

Batman The Dark Knight. Filmplakat. (c)2008 Warner Bros. et al.

Batman The Dark Knight. Filmplakat. (c)2008 Warner Bros. et al.

Zugegeben, Christian Bale im schwarzen Kevlar-Anzug hat nicht so viel Charme wie Hugh Jackman ohne Shirt.
Aber Batman ist in meinen Augen der Interessanteste aller Superhelden. Eben, weil er kein Held ist, sondern ein “Dunkler Ritter”. Gary Oldman, du sprichst mir aus der Seele! (Batman: The Dark Knight). Schauen wir uns das einmal an:

Superkraft: Lucius Fox baut ihm die coolsten Kampfspielzeuge als Hybride aus Militärforschung und Science-Fiction mit Extra-Schwarz-Anstrich. Außerdem hat der Mann hinter der Maske den Schwarzen Gürtel in jeder möglichen Kampfsportart. Wie gesagt – kein Übermensch. Bloß ein Überdurchschnittlicher. Das mag ich.

Schwäche: Batman scheint gegen eine besonders fiese Art von Kehlkopfkrebs zu kämpfen. Nein, Spaß beiseite.
Bruce Wayne hat wohl die einfachste, stärkste Schwäche eines Charakters: Rachegelüste. Was für ein herrlicher, simpler Kniff, um einer Figur Tiefe zu geben. Er ist schnell wütend und wird öfter mal die Kontrolle verlieren, er steht auf keiner Seite als seiner eigenen, und das macht Batman so faszinierend, so einzigartig. Eigentlich hat er mehr Schwächen als Stärken, und das ist gut so.

Heldenkostüm: Okay, die Ohren sind ein wenig lächerlich, aber Christopher Nolan hat es schon ganz gut hingekriegt. Der Anzug ist die perfekte Mischung aus Rüstung und Kleidung – mit Augenmerk auf das herausgearbeitete Six-Pack. Und schwarz hat sowieso immer Saison.

Hauptleben: Bruce Wayne ist Millionär, Inhaber der wichtigsten Firma in Arkham, hat Michael Caine als persönlichen Butler, fährt coole Autos, betreibt ein Geheimlabor, arbeitet mit Morgan Freeman und küsst Maggie Gyllenhaal. Was will man mehr? Ach ja, Fallhöhe, Schwächen. Na dann, siehe oben! Bruce Wayne ist ein klasse Charakter! Und er sieht gar nicht mal so schlecht aus.

Nebenfiguren: Ich versuche, nicht bloß von Heath Ledger zu reden. Christopher Nolans Besetzung ist einfach hervorragend, vom „kleinen“ Gouverneur (Nestor Carbonell aka Richard Alpert in LOST) über alle o.g. bis zu der bezaubernden Anne Hathaway als Catwoman. Ehrlich, klasse. Aber auch die Figuren hinter den Schauspielern sind toll. Alles funktioniert und nichts stößt übel auf.

Fazit: Batman ist definitiv der interessanteste “Superheld”. Lange, lange, Platz 1 auf meiner Liste. Aber sorry, dann kam der hier:

 

No. 1: Iron Man

Iron Man. Filmplakat. (c)2008 Paramount Pictures et al.

Iron Man. Filmplakat. (c)2008 Paramount Pictures et al.

“Iron Man, sehr eingängig, hat einen sehr coolen Klang. Technisch natürlich absoluter Quatsch, der Anzug hat eine Gold-Titan-Legierung”, sagt Tony Stark. Und allein dieser Satz strotzt nur so vor Coolness, Selbstsicherheit, die schon an Arroganz grenzt, und von einem absoluten Genie hinter der hübschen Visage von Robert Downey Jr..
Iron Man vereint das Beste aus allen Superhelden, und deswegen ist er mein Platz 1. Und, wegen Robert Downey Jr..

Superkräfte: „Superhelden werden nicht geboren, sie werden geschaffen.“ Tony Stark baut sich nur mit seinem Hirn, einem Lötkolben und einem Haufen Schrott einen Kampfanzug, der fliegen und Copyright-Trademark-Stark-Megawaffentechnologie verschießen kann – in einem zweiten Schritt auch selbst denken, sprechen, Datenbanken lesen, Berechnungen anstellen, … vermutlich sogar Kaffee kochen!
Und alles davon hat Tony selbst gebaut. Kein fremder Planet, keine radioaktive Spinne, keine creepy Mutation, nicht mal ein zweiter Mann im Geheimlabor – bloß menschlicher Schöpfergeist. Intelligenz macht eben doch sexy!

Schwächen: Tony Stark benötigt eine externe, magnetische Energiequelle in seiner Brust, um nicht von den Granatsplittern in seinem Körper getötet zu werden. Okay, klingt etwas abgehoben. Macht aber nichts, denn Tony Stark hat es auch ansonsten faustdick hinter den Ohren. Viel Ruhm, viel Können und viel Arroganz ruft auch viele Neider und Feinde auf den Plan. Und mehr braucht ein guter Charakter und ein guter Plot nicht.

Heldenkostüm: Okay, der Anzug ist trotz schickem Gold-Rot nicht der Sexieste. Aber hey, wir haben immer noch die Vorstellung, dass Robert Downey Jr. drin steckt! Außerdem ist der Anzug selbst verpackend (zumindest ab Iron Man 2) und kann aus einem Handkoffer angezogen werden.
Sorry, aber das ist Coolness Hoch 10, nicht nur für Freunde von Fischer-Technik.

Hauptleben: Ich würde Tony Stark heiraten, wenn ich könnte! Mann, was ist das für ein cooler Typ. Was würde von den anderen Helden übrig bleiben, wenn man den Superhelden wegnimmt? Platz 5 und 4: Nicht lachen, Leute. Platz 3: Na ja, immer noch Hugh Jackman. Platz 2: Es wird wärmer – Millionär und Kampfsport-Meister.
Aber Tony Stark? “Genie, Milliardär, Playboy, Philanthrop.” (Tony Stark, The Avengers). Wie gesagt, ich würde ihn heiraten!

Nebencharaktere: Zwei Worte: Pepper Potts. Ich weiß, ich mag Liebesgeschichten. Aber das Tolle an den Iron Man- (und Avengers-) Filmen ist, dass die Geschichte zwischen Tony Stark und Pepper Potts keine Liebesgeschichte ist. Die Spannung zwischen den beiden ist so bissig, so ehrlich, so konträr, so knisternd! Ich könnte den ganzen Tag lang Gwyneth Paltrow und Robert Downey Jr. zusehen, wie sie sich eloquente Worte an den Kopf werfen und fachsimpelnde Unterhaltungen führen. Großartig, wirklich großartig!

Fazit: Falls du es noch nicht getan hast – schau dir Iron Man an! Und Iron Man 2. Und The Avengers. Und dann warte auf Iron Man 3! Mehr Tony Stark braucht die Welt!