Heute hat der Spieleentwickler BioWare erste Art Concept Bilder zu Dragon Age III: Inquisition vorgestellt. Die drei Bilder haben in meinem Kopf direkt eine Bombe an Inspiration, Amazement und Mind-Blow gezündet. Und führen mich wieder zurück zum Anfang: Dragon Age: Origins.

A warning to the people, the good and the evil: This is war

30 Seconds to Mars: This Is War

 

Von der Idee zum Kunstwerk

Ich liebe Concept Art! Ich könnte mir den ganzen Tag diese umwerfenden Atmosphären-Bilder zur Vorbereitung von visuellen Projekten anschauen. Und ich will sowas auch können! Oh mein Gott, neben solchen Bildern kann ich meine “Acryl auf Leinwand”-Malpinsel aber einpacken.

Concept Art wurde ursprünglich bloß verwendet, um Filmszenen, Filmatmosphäre und Filmrequisiten im Vorfeld zu skizzieren und zu visualisieren. Da die Videospielbranche in den letzten Jahren enorm aufgeholt hat, was filmische Elemente und packende Tiefe angeht, findet man Concept Art immer wieder und vermehrt im Videospielbereich. Das macht besonders viel Spaß, wenn es um futuristische Spiele wie Mass Effect und BioShock geht, um düstere und bedrohliche Umgebungen wie in The Witcher und Dishonored – oder eben um fantastisch-medievale Kulissen wie in The Elder Scrolls: Skyrim und Dragon Age.

Dragon Age 3 Concept Art. (c)2012 BioWare.

Dragon Age 3: Inquisition. Concept Art. (c)2012 BioWare.

Dragon Age 3 Concept Art. (c)2012 BioWare.

Dragon Age 3: Inquisition. Concept Art. (c)2012 BioWare.

Dragon Age 3: Inquisition. Concept Art. (c)2012 BioWare.

Dragon Age 3: Inquisition. Concept Art. (c)2012 BioWare.

 

Vom Begleiter zum Liebhaber

Dragon Age: Origins, der erste Teil der bald dreiteiligen Saga von BioWare, kam 2009 auf den Markt. Und es war das Game of the Year. Nein, es war DAS Game of the Year.
Ich habe es mit zwei Charakteren komplett durchgespielt und mit einem dritten angefangen. Ich habe den Trailer (fantastische Doppel-Promotion mit dem 30 Seconds To Mars-Album This Is Warzu finden hier) gefühlte 387 Mal angeschaut. Ich höre jetzt noch den Soundtrack.

Grund genug für einen Feature-Artikel. Warum war Dragon Age: Origins (ich betone den Zusatz!) so hervorragend? Meine Top 5 Gründe:

 

1. Medievale Fantasy
Ich kann nichts dafür, ich steh drauf. Mit J.R.R. Tolkien groß geworden, gelesen durch C.S. Lewis, Marion Zimmer Bradley, David Eddings, Terry Brooks und G.R.R. Martin (wieso protzen die eigentlich alle so mit ihren Initialen?) – ich werde immer einen Hang zur Fantasy haben, egal ob High, Dark oder Urban.

 

2. Authentisches Setting
Dragon Age: Origins besticht durch sehr realistische Umgebungen und Größenproportionen. Trotz der (strategischen) Adler-Sicht wirken alle Kampf-Animationen glaubhaft. Besonderes Lob erhielt das Spiel auch für die realistische Gewaltdarstellung: Nach einem Kampf ist die Rüstung der Charaktere blutbespritzt, selbst in darauffolgenden Filmsequenzen (FSK 18).

 

3. Hervorragendes Storytelling und Charakterentwicklung
Oben erwähnte ich ja bereits, dass die Spieleindustrie der Filmbranche immer mehr Konkurrenz macht. Eines der Paradebeispiele dafür ist BioWare.

Der mit den Fantasy Strategie-Rollenspielen Baldur’s Gate und Neverwinter Nights groß gewordene Spielehersteller liefert mit MassEffect (für Science Fiction Fans) und Dragon Age (für Fantasy Fans) quasi einen sehr langen (60 bzw. 120 Std. Spielzeit!) Film, den man selbst beeinflussen kann. Quasi Kino 2.0.

Das Gameplay wird immer wieder durch Videosequenzen in hervorragender Grafik und kameratechnischen Umsetzung unterbrochen, durch die man tiefer in die Atmosphäre eintauchen und die Charaktere besser kennen und lieben lernen kann – oder hassen, je nach dem.

 

4. Individuelle Story-Stränge
Videogames werden zum Kino 2.0. Warum 2.0? Weil man selbst interagieren, beeinflussen, bestimmen kann. Dragon Age ist ein klassisches Rollenspiel, bei dem man sich zu Beginn einen Charakter selbst erstellt und dabei Geschlecht, Aussehen, Rasse (Mensch, Elf, Zwerg) und Klasse (Magier, Krieger, Schurke) selbst bestimmt. Im Spielverlauf sammelt man Begleiter an, von denen man maximal drei mitnehmen kann und zu viert den Monstern und der “dunklen Rasse” zu Leibe rückt.

Anders als bisherige Spiele bietet Dragon Age jedoch insgesamt sechs verschiedene Anfangs-Storylines, je nachdem, für welche Rasse, Klasse und gesellschaftliche Herkunft man sich entschieden hat.

Auch danach beeinflusst der Spieler immer wieder den Verlauf von Haupt- und Nebenhandlungssträngen durch Handlungen und Entscheidungen. Das reicht von einer kleinen Meinungsverschiedenheit bis hin zum Tod einer wichtigen Figur oder dahin, dass euch einer eurer Begleiter für immer verlässt.

 

5. Hervorragende Charaktere
Das Beste, das wirklich Beste an Dragon Age: Origins sind die Charaktere. Ich liebe Charaktere im Allgemeinen, und ganz besonders diese!

Ähnlich wie schon zuvor in Star Wars: Knights of the old Republic können euch eure Begleiter mögen oder nicht mögen. Freundlich gesonnene Charaktere erhalten Boni auf ihre Fähigkeiten, feindliche Mali. Bei zu vielen Diskrepanzen wird euch mancher Charakter vielleicht auch verlassen.

Aber das Beste an Dragon Age: Origins – kommt ja bekanntlicherweise zum Schluss: Mit bestimmten Charakteren könnt ihr Liebesbeziehungen beginnen! Mit allem drum und dran, inklusive Eifersuchtsdrama, innigen Zwischensequenzen und Sex-Szenen!

In meinem speziellen Fall (ohne Spoiler: Weiblicher Elf in Liebesbeziehung mit Alistair ohne Morrigan-Deal und Loghain) war das Ende so herzzerreißend, dass ich eine halbe Stunde lang weinen musste – inklusive Abspann und Credits.

Standing Ovation für solch emotionale Aktivierung – von einem Videospiel!

 

Von “Game Of The Year” zu “Echt jetzt?”

Ich betone die ganze Zeit schon das Origins so sehr, denn das war der Namenszusatz des ersten Spiels.
Und wie das bei allen guten Produkten so ist, wenn sie erfolgreich sind, gibt es einen Nachfolger. Und noch einen. Und noch einen.
Bei Dragon Age: Origins gab es zuerst haufenweise Download Content (u.a. Dragon Age: Awakening) mit zusätzlichen Quests mit etwa 20 Stunden mehr Spielzeit.
Alles super, ich liebe den Golem Shayle aus “Stone Prisoner”.

Und dann kam Dragon Age 2. Und natürlich habe ich es gekauft. Und natürlich hat es mich enttäuscht. Aber gar so sehr, dass ich es nur mit Mühe und Not durchgespielt habe – um von dem Ende total enttäuscht zu werden.
Alles, was Dragon Age: Origins hatte, hat Dragon Age 2 nicht. Statt realistischer Kampf-Szenen gibt es jetzt Jedi-like Super Jump Moves mit Sichelschwertern. Statt toller Charaktere gibt es bloß noch Frauen mit überdimensionierten Brüsten.

Dragon Age: Origins hat alles richtig gemacht. Dragon Age 2 … not so much.
Ich werde – wie kann es anders sein – natürlich auch Dragon Age 3: Inquisition kaufen. Und ich hoffe, dass es wieder aufwärts geht.

 

Aber jetzt erstmal: Countdown auf Assassin’s Creed 3 !!!