Gestern noch habe ich mich (erneut) über Assassin’s Creed 3 aufgeregt. Heute lese ich die Ankündigung von The Witcher 3! Meine Erste Reaktion: „Hui!“. Meine zweite: „Größer als Skyrim? Oh nein…“. Ein Meinungsbild über Open World Games anhand The Witcher, Skyrim und Assassin’s Creed.

Freiheit bedeutet nicht, zu tun was man will, sondern nicht tun zu müssen, was man nicht will.

Jean-Jacques Russeau

 

Fluch und Segen von Open World

„Everyone likes Open World Games. We should go this way“, sagt CD Project RED, das polnische Entwickler-Studio von The Witcher, in der Ankündigung. Von mir ein klares: JEIN.

Ich meine, Open World ist cool, seit Nintendo’s The Legend of Zelda damit groß raus kam. Keine Frage: Nicht an Level gebunden zu sein und Story, Quests und Welt erkunden zu können wie man will, ist extrem cool. Es ist Gameplay 2.0, das dem Spieler Freiheit, Eigenständigkeit und die Individualität des eigenen Spielstils erlaubt.

Aber wenn die Welt zu „open“ ist, der Plot zu lose und das Spielgefühl zu frei, fühle ich mich als Spieler allein gelassen. Die Möglichkeiten überfordern schier.
Vielleicht liegt es bloß an mir, aber wenn ich in der Welt von Skyrim, GTA oder Fallout 180 Questmöglichkeiten, 45 unerforschte Orte und 390 interaktionsfähige NPCs zur Auswahl habe, sehe ich mich so vielen Möglichkeiten gegenüber, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Ich mag 100% Spielfortschritt, aber auch Ordnung und möglichst wenige „lose Enden“, also versuche ich mich chronologisch und möglichst effizient durch die Vielzahl der Möglichkeiten zu arbeiten.

Ich wähle also einen beliebigen Punkt aus und starte dort – bloß um festzustellen, dass sich dieses Quest in 20 Unterquests aufteilt und mich ans andere Ende der Karte schickt. *seufz* Also gut, ab auf die Reise. Und wenn ich schonmal da bin, nehme ich noch (effizient) alle Quests und Orte auf dem Weg dahin mit. Blöd nur, dass sich diese wiederum in Unterquests und neue, immer neue, immer mehr Ziele aufteilen, sodass ich mich nach nur einer Stunde Spielzeit einer schier unbezwingbaren Masse an „offenen Posten in meinem Quest-Journal“ gegenüber sehe.

Skyrim, das lang erwartete, hochgelobte Elderscrolls (Open World) Game von Bethesda, habe ich aus diesem Grund nach etwa 5 Stunden Spielzeit weggelegt. :(

 

Semi Open World: Assassin’s Creed und The Witcher

Vielleicht liegt es wirklich an mir, denn der Erfolg von Skyrim kam ja nicht von ungefähr. Warum gefällt mir Assassin’s Creed und The Witcher aber besser? Hier kann man auch die Karte erkunden, mit unterschiedlichen Menschen reden, tun was man will, ohne das Hauptquest weiterverfolgen zu müssen.

Allerdings geht bei beiden Spielen nie (oder nicht so schnell) der Rote Faden des Hauptquests verloren. Außerdem befinde ich mich stets in einer kleineren, (zunächst) begrenzten „Semi-Open World“, in Witcher durch Kapitel und in Assassin’s Creed durch Erinnerungen begrenzt. Das gibt mir genug Freiraum, meine Neugierde und meinen Erkundungswahn auszuleben, aber auch genügend „Barrieren“, um nicht alles aus dem Ruder laufen zu lassen.

Assassin’s Creed toppt den Open World Gedanken natürlich noch dadurch, dass ich nicht nur auf vorgegebenen Wegen laufen kann, sondern auch über Dächer, Stände, Stangen, Baldachine, Fässer, Flüsse, – kurz: Über alles, was mir so in den Weg kommt. Ein extrem cooles Gefühl.

 

Jetzt kommt The Witcher 3 und kündigt 20 % mehr Spielwelt an als Skyrim. Mit dem Pferd soll man 30-40 Minuten brauchen um die Welt einmal zu durchqueren. Versteht mich nicht falsch, ich schaue mir wirklich gerne Landschaft an und ich bewundere alle Gamedesigner. Aber soll ich im Ernst mindestens 30% meiner Spielzeit damit vergeuden, von A nach B zu reisen?

Noch bin ich skeptisch. Aber ich liebe Geralt und ich liebe den Hexer-Zyklus, sowohl im Roman (Andrzej Sapkowski) als auch im Videospiel. Deswegen warten wir einfach mal ab und schauen uns so lange Trailer und erste Concept Art an (gesehen auf Kotaku):

 

The Witcher 3 Concept Art. (c)2013 CD Project RED.

The Witcher 3 Concept Art. (c)2013 CD Project RED.