Wir sind die Musen. Göttinen der Künste und Besinger von Helden. Helden wie Herkules. Baby, du meinst Muskules.

(Die Musen, Disney’s Herkules)

 

Gestern wurde ich von einer guten Freundin daran erinnert, dass ich schon lange keinen neuen Artikel mehr hier geschrieben habe. Das ist wahr. Und, weil ich mich nur wegen ihr jetzt hinsetze und einen neuen Blog-Eintrag verfasse, widme ich diesen Artikel ihr und allen Musen auf dieser Welt.

 

Musen als Göttinnen

Walt Disney: Die Musen (Herkules). (c)1997 Walt Disney Studios. No Copyright Infringement Intended.

Walt Disney: Die Musen (Herkules). (c)1997 Walt Disney Studios.

Der Begriff der Muse entstammt der griechischen Mythologie und wurde damals für (zumeist weibliche) Göttinnen der Inspiration verwendet. In der Regel ist eine Muse immer eine Person, die einen kreativen Geist, sei er nun Künstler, Schauspieler oder Autor, beflügeln und ihm neue Ideen und Inspiration verschaffen, durch ihr Aussehen, ihren Charakter oder ihre Handlungen.

Für mich muss eine Muse in ihrer Funktion als Inspiration aber nicht immer ein Mensch sein. Jeder, der schon einmal mehr als zehn Sätze hintereinander auf ein Blatt Papier gebracht hat, weiß, dass insbesondere Schreiben (wie auch Malen) eine recht einsame Angelegenheit ist. Außer der eigenen Fantasie bleibt einem nicht viel, deswegen will die immer angeregt und mit neuen Impulsen versorgt werden.

Hier meine bevorzugten Formen von Musen:

 

Muse = Musik

Nichts inspiriert mich mehr als Musik. Sie weckt Gefühle in uns, ruft wie auf Knopfdruck Stimmungen hervor und erzählt gleichzeitig durch Text und Melodie eine Geschichte.
Wenn ich das richtige Lied höre, schlagen meine Gedanken Purzelbäume und malt meine Fantasie die unglaublichsten Szenarien in das Nichts.

Aus diesem Grund mag ich Rock-Musik so gerne. Sie kann durch die harten Klänge sehr intensive und kraftvolle Gefühle hervorrufen und kombiniert das in der Regel mit weichen Elementen (durch Stimme, Worte oder sanfte Klänge). Dadurch wird ein unglaublich breites Spektrum an Emotionen angesprochen.

Wie vermutlich viele meiner Autorenkollegen habe ich für jedes Projekt eine eigene Playlist – für meinen ersten Jugendroman sogar eine pro Hauptfigur. Wenn ich Fantasy schreibe, höre ich am liebsten eine Soundtrack-Mischung aus The Witcher, Assassin’s Creed, Kingdom of Heaven und Dragonheart. Mein romantischer Jugendroman ist  größtenteils aus (Teen) Pop zusammengesetzt, mein intriganter eher aus R’n’B und Dance. Gibt’s das bei dir auch?

 

Muse = Muße

Müßiggang ist aller Laster Anfang

Muße, also Nichts tun, ist im Allgemeinen ungefähr so hoch angesehen wie Langschläfer. „Morgenstund hat Gold im Mund„, das mag sein, aber „Der frühe Vogel kann mich mal„. Ich bin nunmal Nachtmensch. Wann sonst soll ich schreiben?

Tagsüber, wenn es hell ist, ganz besonders noch, wenn die Sonne scheint, kann sich mein Körper einfach nicht darauf einlassen, “müßig herumzusitzen” und seitenweise Buchstaben aneinander zu reihen. Da muss gearbeitet und gekocht werden, Wäsche gewaschen, aufgeräumt und mit dem Hund rausgegangen. Wenn es hochsommerliche Temperaturen hat, muss ich natürlich Sonnenanbeterin spielen, sonst ärgere ich mich, wenn es wieder Herbst wird, dass der Sommer so kurz war.
Am Besten kann ich tatsächlich schreiben, wenn es regnet oder dunkel ist. Dann ist die Welt ruhig und still, dann stört mich niemand, dann bin ich ganz für mich allein.

Ich brauche also einen freien Kopf. Keine unerledigten Aufgaben, die mir ein schlechtes Gewissen verurschen, keine liegen gebliebene Arbeit, kein bevorstehender Termin, auf den ich mich schon geistig vorbereite.
Das geht für mich nun einmal nur Nachts (jetzt gerade ist 23:03 Uhr, soviel dazu). Meine persönliche produktive Phase beginnt in der Regel abends gegen 22:00 Uhr und endet je nach Inspirations-Ausdauer, Schreibfluss und körperlicher Verfassung zwischen 1 und 4 Uhr nachts. Während des Studiums (als man noch ausschlafen konnte) habe ich in den Semesterferien gut und gerne einmal von 21 Uhr Abends bis 7 Uhr morgens geschrieben, mit meinen Eltern einen Morgenkaffee getrunken und bin dann schlafen gegangen (wirklich).

Also, Müßiggang ist für mich „aller Kreativität Anfang„. Außerdem hilft es oft Wunder gegen Schreibblockaden, einfach mal die Augen zu schließen und den Kopf frei zu machen. Einfach nichts zu tun.

 

Muse = nun ja, Muse

Die alten Griechen wussten es und auch alte und neue berühmte Kreative wie William Shakespeare und Leonardo Da VinciKarl Lagerfeld und Marilyn Manson wissen es: Menschen inspirieren Menschen.
Auch, wenn das Schreiben an sich ein eher einsamer Prozess ist, ist Geselligkeit in großer Runde für einen Autoren unverzichtbar. Denn nichts ist so realistisch wie die Realität und nichts so spannend wie das wirkliche Leben.
Menschen können inspirieren, das ist wahr. Durch ihr Wesen, ihre Handlungen, ihr Aussehen, ihre Bewegungen, ihre Stimme und Worte, ihre Geschichten. Ja, durch ihre bloße Präsenz.
Einige meiner Charaktere sind definitiv lebenden Personen nachempfunden (obgleich oftmals mit gemischten Eigenschaften verschiedener Menschen).

Aber Menschen sind für einen Kreativen unverzichtbar, sei er nun Autor, Maler, Sänger, Designer, Modellbauer, Schauspieler oder was auch immer. Der Glaube anderer Menschen an die eigenen Fähigkeiten, an das, was man selbst produziert hat, versetzt buchstäblich Berge.

Wer von uns ist noch nie an einen seelischen Tiefpunkt gekommen, an dem einfach nichts mehr Sinn ergeben hat und in dem unser Selbstbild dermaßen entrückt ist, dass wir am liebsten alles zerstören, verbrennen und auf ewig verschließen würden?
In solchen Situationen braucht man die Musen. Die an einen glauben und einen wieder aufbauen, die den Glauben in die eigenen Fähigkeiten und Talente bestärken. Und die einen dazu bringen, weiterzumachen.

 

Und ich mache jetzt weiter mit der Überarbeitung des Rohmanuskripts zu einem Lese-Manuskript, wie von einem Agenten empfohlen, um weiter auf Verlagssuche zu gehen.
Denn:

The only thing standing between you and your goal
is the bullshit story you keep telling yourself
as to why you can’t achieve it

 

PS: Ich bin dein größter Fan <3