Diesen Sommer habe ich nicht so viele Bücher gelesen, weil ich der Serie Gossip Girl verfallen bin und meine eigene Veröffentlichung bei Ullstein Forever vorbereiten musste (*freu*). Aber ich kann dir definitiv „Selection“ von Kiera Cass empfehlen – und von „Royal Passion“ abraten.

True love is usually the most inconvenient kind.

Kiera Cass, The Selection

In Vorbereitung meines neuen Romans wollte ich sichergehen, nicht dasselbe zu schreiben wie Kiera Cass, also habe ich auch (endlich) mal in „The Selection“ reingehört. Ich will nicht sagen, dass ich sie durchgesuchtet habe, aber … doch. Doch. Das will ich sagen :-) Sobald ich ein Angebot finde, stehen die drei hübschen Ladies auch physisch bei mir im Bücherschrank. Wieso? Lies selbst!

(ich gebe eine ganz leichte Spoiler-Warnung aus (den man sich wie immer bei Mehrteilern auch aus den Klappentexten holen kann), da ich alle drei Teile auf einmal behandle.)

 

Mein Highlight – Kiera Cass: Selection (1-3)

Kiera Cass: Selection (Fischer)

Kiera Cass: Selection (Fischer)

Vorweg: Ich habe die Hörbücher gehört, und zwar auf Englisch, weil sie dort ungekürzt waren. Ich ging ohne große Erwartungen an diese(s) Buch(reihe) heran, und vermutlich war das genau richtig.

Inhalt:

„The Selection“ spielt in einer dystopischen Zukunft nach dem 3. Weltkrieg, in der die USA zerbrochen und auf das Königreich Illéa reduziert sind, eine Art chinesischer Kolonie, in dem das Kastensystem wieder eingeführt wurde. Immer, wenn der Prinz heiratsfähig wird, veranstaltet das ganze Land in einer Art Big Brother / Bachelor / Hunger Games Palast-Dating Show ein Casting unter den 35 schönsten, klügsten und besten heiratsfähigen Mädchen. Eine davon ist America Singer, aus der niederen Kaste der Künstler. Americas Herz gehört aber eigentlich einem anderen: Aspen – und so beginnt eine spannende Dreiecksbeziehung, zumal sich die rebellische America nicht so in das Palastleben einfügt, wie man es von einer der „selected“ erwartet.

Meinung:

Oberflächlich betrachtet ist „The Selection“ eine simple Mixtur aus Suzanne Collins‘ „Die Tribute von Panem“ und der TV-Show „Bachelor„. Macht aber nix, denn sowohl die Story als auch die Figuren können überzeugen und für sich stehen.

Im ersten Teil dominiert Americas nachtrauernde Liebe zu ihrem Ex-Freund Aspen, während sie zu Maxon als einzige der 35 Mädchen eine enge Beziehung – auf rein freundschaftlicher Ebene – aufbauen kann. Ihre Andersartigkeit und rebellische Ader ist dabei sehr erquickend und es macht Spaß, zuzusehen, in welche Bredouillen sie sich damit immer wieder manövriert.

Maxon – ich hatte mir fest vorgenommen, ihn zu hassen (einfach so aus Prinzip). Aber er hat es tatsächlich geschafft, innerhalb kürzester Zeit zu meinem Lieblingscharakter zu werden, mehr noch als America. Hut ab für diese Leistung! Romantik zwischen den beiden deutet sich an, bleibt aber immer auf dieser gerade noch freundschaftlichen Distanz. Sehr schön!

 

Kiera Cass: Selection - The Elite (Fischer)

Kiera Cass: Selection – The Elite (Fischer)

Im zweiten Teil werden die „Selected“ auf die 6 der „Elite“ reduziert. Zu Americas Leidwesen, nicht aber dem des Lesers, ist auch ihre Erzfeindin, das Model aus der 2. Kaste, Celeste, noch dabei.

Maxon hat eindeutig America im Auge – aber ihr Ex-Freund Aspen ist jetzt als Palastwache angestellt worden und macht ihr die Entscheidung noch schwerer, während sie immer tiefer in die politische Vergangenheit des jungen Staates vordringt.

Ich muss sagen, ganz ähnlich wie in „Twilight“ und „Hunger Games“ gibt es für mich auch in „Selection“ keine wirkliche Zwickmühle, sondern einen klaren Favoriten. Was mich hieran ein wenig geärgert hat, ist, dass für America keine Fallhöhe da war. Wenn sie bei Maxon abblitzt, kann sie immer noch zu Aspen gehen und andersherum. Das hätte die Autorin ein wenig besser machen können.

Ansonsten ein guter zweiter Teil, der mehr Platz für Maxon und romantische Gefühle hat und auch in Sachen Mystery große Erwartungen ans Finale setzt.

 

Kiera Cass: Selection - The One (Fischer)

Kiera Cass: Selection – The One (Fischer)

Im dritten Teil und Finale von Americas Geschichte spitzt sich das Beziehungsdreieck noch einmal zu und löst sich dann (für mich zufriedenstellend) auf. Gleichzeitig eskaliert die politische Situation und Americas eigensinniges Verhalten im Palast.

Hier habe ich mich zum ersten Mal wirklich über America und Maxon geärgert, die einfach viel zu oft aneinander vorbeigeredet haben (oder wollten?) und zu viele „Was wäre wenn“ Spiele betrieben haben, anstatt einfach miteinander zu sprechen, was bisher auch immer ihren Charakteren entsprochen hat. Dadurch wirkte es ein wenig von der Autorin auferzwungen, um die Geschichte am Laufen zu halten.

Das Finale war nett und der Geschichte würdig. Ich denke, es spricht für sich, dass ich die Hörbücher wirklich fast in einem Rutsch gehört habe und mir nie langweilig wurde.

Ich werde sicherlich noch öfter an America, Maxon und Aspen denken, auch wenn ich das Buch nicht als super überragend einstufen würde. Nichtsdestotrotz: Definitiv eine Empfehlung.

 

PS: Geht es nur mir so, oder hat die deutsche Übersetzung einen Fehler gemacht? Wieso „Der Auserwählte?“ Ist mit dem englischen „The One“ nicht die letzte Verbleibende, also America, gemeint?!

Das Buch:

„The Selection“ inklusive der Folgebände „The Elite“ und „The One“ von Kiera Cass erschien in Deutschland beim Fischer Verlag. Ich habe die englischen, ungekürzten Fassungen von Harper Audio (je ca. 7,5 – 8,5 Std.) gehört, gelesen von Amy Rubinate.

 

2. Royal Passion

Geneva Lee: Royal Passion (Blanvalet)

Geneva Lee: Royal Passion (Blanvalet)

Nach Selection und Gossip Girl hatte ich Lust auf eine weitere Love Story – am liebsten mit dem Besten aus beidem: High Society, Bling Bling und smarte, anziehende Typen. Meine Wahl fiel auf Royal Passion – wegen des Titels (Blair Waldorf grüßt!) und des Klappentextes.

Inhalt:

Clara ist eigentlich eine eher durchschnittliche Studentin, die aber in Oxford studiert und dadurch einige Kontakte zur High Society geknüpft hat. Auf einer Abschlussfeier läuft sie dem „königlichen Bad Boy“, Kronprinz Alexander, über den Weg, der sie unvermittelt in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelt.

Clara ist total durch den Wind, findet erst später heraus, wer er ist … und kriegt ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Meinung:

Klingt wie genau mein Ding! War es auch. Bis ungefähr hierher. So bei 10%. Dann schlichen sich auf einmal diese plumpen, schlecht geschriebenen Erotik-Fantasien untervög*lter Frauen dazwischen, denen ich hoffte, durch das Vermeiden von Shades of Grey und der After Reihe entronnen zu sein. Es fing noch eher harmlos an, in der Dusche, als die unbedarfte Clara das Gefühl verspürt sich selbst befriedigen zu müssen. Da hab ich einfach mal drüber hinweggesehen. Aber spätestens beim zweiten Gespräch der beiden, in denen einfach so uncharmant über Sex geredet wird, als ginge es um das Wetter, habe ich das Buch abgebrochen.

 

Na ja, von dem Guthaben habe ich mir jetzt Andreas Eschbach’s „Herr aller Dinge“ gekauft. Das wird dann wohl in die Herbst-Highlights kommen.

Das Buch:

Da du auf meinem Blog bist und dir deswegen wohl etwas an Leidenschaft im Sinne von Liebe und Anziehungskraft liegt anstatt an Hausfrauenpornos, schätze ich mal, dass du auf diesen Roman verzichten kannst. Sollte er dich doch interessieren, wirst du ihn schon finden. ;-).