Nachdem ich so ziemlich alle tollen Kinofilme der letzten Monate verpasst habe (hierzu keine Details, ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren o.O) habe ich tatsächlich Tarantinos neuesten Coup auf der Leinwand angeschaut. BLEW. MY. MIND! Besonders angetan haben es mir Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio.

Und das hier ist mein Pferd Fritz!

Dr. King Schulz, Django Unchained

 

Christoph Waltz: Bis das Lachen im Halse stecken bleibt

Schon beim ersten Trailer zu Inglorious Basterds, spätestens jedoch nach der Oscar-Verleihung 2010 war jedem klar, dass es einen neuen Stern am Hollywood-Himmel gibt. Und dieser Stern heißt Christoph Waltz.

Ohne hier auf irgendeinen Lobes-Zug aufspringen zu wollen: Christoph Waltz ist ein großartiger Schauspieler, mit einem durchdringenden, ernsten Blick, einer entwaffnenden Liebenswürdigkeit und ur-eigener Komik – es fällt schwer seine Aufmerksamkeit von ihm loszureißen.

Django Unchained Filmposter. (c)2012 Weinstein Company/Columbia Pictures

Django Unchained Filmposter. (c)2012 Weinstein Company/Columbia Pictures

Christoph Waltz (aka Dr. King Schulz) betritt das Bild und Jamie Foxx (Sklave Django) kann sich daneben auch ebenso gut in Luft auflösen.Mit perfektem Timing, gezielter Gestik und Mimik und unbeschreiblichem komödiantischen Talent verleiht Christoph Waltz dem deutschen Kopfgeldjäger/Zahnarzt eine so liebenswürdige Facette, dass man ihm gar nicht böse sein kann, selbst wenn er einen Mann (Verbrecher!) vor den Augen dessen Sohnes erschießt.

 

Nicht nur durch Waltz’ urige Darbietung bietet Django Unchained immer wieder Futter für die Lachmuskeln – ein Grund, warum Tarantinos neuester Film stark in die Kritik geraten ist, die südamerikanische Sklaverei zu verherrlichen.
Ich sage: Weit gefehlt. Der Film zeigt das Leben der schwarzen Sklaven in seiner grausigen, blutigen Wahrheit. Schonungslos und roh, ohne dabei in den üblichen “Tarantino-Metzelwahn” zu verfallen (die Endszene ausgenommen, aber das ist auch Tarantinos gutes Recht und Markenzeichen).
Gäbe es diese brutale Darstellung nicht, könnte man den Film als verherrlichend bezeichnen. So ist es bloß die Wiedergabe eines düsteren Kapitels unserer Menschheitsgeschichte.

 

Leonardo DiCaprio: Adieu, Babyface. Hallo, Charakter-Darsteller!

Ich oute mich! Titanic ist einer meiner Lieblingsfilme. Viele Kritiker sagen, Leonardo DiCaprio hat den mittellosen Straßenkünstler Jack Dawson nicht gut verkörpert. “Leo strahlt stets etwas Aristokratisches aus, etwas Selbstsicheres, das passt nicht zu Jack”, habe ich mal gelesen. Und das stimmt. Trotzdem finde ich, dass er ein großartiger Jack ist und Titanic wäre nicht Titanic ohne Leo DiCaprio und Kate Winslet.

Der Punkt ist allerdings, dass sich Leonardo DiCaprio nach seinen ersten Filmen als “Babyface Cutie” (Romeo und Julia, der Mann in der eisernen Maske, The Beach und Co.) auf erstaunliche Art und Weise in einen ernstzunehmenden, respektablen Charakterdarsteller gewandelt hat – mit Fokus auf genau das, was oben genannter Kritiker angemerkt hat: Er ist aristokratisch, glatt, selbstsicher, professionell.

Es verwundert nicht, dass er plötzlich Martin “Mafia” Scorseses neuer Lieblingsschauspieler wurde, zum ersten Mal wirklich aufgefallen als neuer Leo ist er mir in Departed neben Jack Nicholson, dann in Blood Diamond, später Shutter Island und Inception, ganz neu in Django Unchained.

Zuerst entweder angehimmelt oder belächelt, jetzt restlos respektiert: Diesen Wandel schaffen nicht viele Schauspieler. Mark Wahlberg kämpft glaube ich immer noch, Heath Ledger war ganz kurz davor. Ich freue mich darauf, Leonardo DiCaprio bald wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

 

Bis dahin sollten sich alle Fans von Quentin Tarantino, Christoph Waltz, Western und guten Filmen Django Unchained anschauen und Christoph die Daumen für den zweiten Oscar drücken!