Heute im Disney Blog gefunden: Unsere Emotionskurve, wenn wir Der König Der Löwen sehen. Hier habe ich mal zusammengefasst, was andere Geschichten von der klassischen Heldenreise (z.B. aus diesem Film) lernen können.

„Aber du hast nie vor etwas Angst!“ – „Heute hatte ich Angst. Ich hatte Angst, dich zu verlieren.“

Simba und Mufasa

In diesem Blog habe ich es schon öfter erwähnt: Disney-Filme sind Beispiele par exellence für die klassische Heldenreise oder den Aufbau des klassischen Dramas. Heute im Disney-Blog gefunden: Unsere Emotions-Kurve, während wir Der König der Löwen schauen. Und mal ehrlich – Mufasa sterben zu sehen ist doch wirklich nicht halb so schlimm wie später Simba „Wach auf, Papa“ sagen zu hören …

 

„Wenn ich König bin, was bist’n dann du?“ – „Der böse Onkel?“

Jeder Film braucht einen Antagonisten. Da Der König der Löwen Shakespeares Hamlet nachempfunden ist, ist hier der Antagonist Simbas Onkel Scar. Und blogs.disney.com hat sich damit beschäftigt, zu welchem Zeitpunkt des Films wir Scar am meisten hassen:

Graph: Anger at Scar. (c)2013 Disney Blogs. (dramaturgia)

Graph: Anger at Scar. (c)2013 Disney Blogs. (dramaturgia)

 

Ich muss sagen, ich persönlich war in den ersten 30 Minuten nie wirklich wütend auf Scar, ich fand ihn sogar ganz interessant. Natürlich, als er Mufasa tötet, könnte ich ihm an die Gurgel springen. Aber auch am Ende gibt es für mich keine 10. Vielleicht eine 9.

 

„Oh, ich will jetzt gleich König sein!“

Zu einer Heldenreise gehört immer ein Held. Wichtig ist dabei, dass sich der Zuschauer mit dem Helden identifizieren kann, also ist er in der Regel am Anfang seiner Reise relativ normal, macht Fehler, die andere auch machen würden, und hat so seine ganz eigenen Macken.
Aber manchmal gibt es den ein oder anderen Charakter, den man gerne mal feste durchschütteln möchte, weil er einfach so viele Fehler macht (obwohl sie die Story voranbringen). Auch hier hat blogs.disney.com aufgeschlüsselt, zu welchem Zeitpunkt wir wie frustriert sind, weil Simba nicht das tut, was die Story zu einem (schnellen) Happy End bringen würde:

Graph: Frustration with Simba. (c)2013 Disney Blogs (dramaturgia)

Graph: Frustration with Simba. (c)2013 Disney Blogs (dramaturgia)

 

Und wieder weiche ich ein wenig von diesem Graphen ab: Während es für Disney Blogs offensichtlich am Frustrierendsten ist, dass Simba auf dem Elefantenfriedhof und in der Schlucht rumhängt, finde ich es viel frustrierender, wie er sich in seinem Exil so hängen lässt, bis Rafiki ihm den Kopf wäscht.

Denn im Gegensatz zu jetzt war er damals ein unbedarftes Kind, das das Abenteuer gesucht (Friedhof) und einem nahen Familienmitglied geglaubt hat (Schlucht).
Aber später („stop feeling bad for yourself“) hat er alles, was er braucht, um es Scar heimzuzahlen und Gerechtigkeit wiederherzustellen, er hat Nala wiedergefunden – und doch bockt er und gibt sich lieber seinem Selbstmitleid zwischen Käferfrühstück und nächtlichem Sternegucken hin. Das frustiert mich sehr viel mehr.

 

„Ist da jemand?? Irgendjemand …“

Ein dritter Graph von Disney Blogs zeigt unsere Heul-Rate an. Eine Geschichte ist nur dann eine gute Geschichte, wenn sie Emotionen in uns wecken kann. Das können Freude oder Glück sein, aber wir wissen alle, dass Tränen die höchste Form der Emotionen sind – wir weinen nämlich immer dann, wenn wir von unseren Emotionen derart überschwemmt werden, dass wir nicht mehr wissen wohin damit (das habe ich zumindest irgendwann mal gehört und es macht sehr viel Sinn für mich).

Das haben übrigens bereits die alten Griechen, Shakespeare und viele andere Dramendichter entdeckt, vielleicht gibt es deshalb so viele Tragödien, Dramen und Trauerspiele. Also: Wenn man in einem Film, Buch oder Videospiel weinen muss – sei es vor Freude, Glück, Wut oder Trauer – dann ist es eine gute Geschichte. So sieht das Ganze laut Disney Blogs bei Der König der Löwen aus:

Graph: How much we cried. (c)2013 Disney Blogs (dramaturgia)

Graph: How much we cried. (c)2013 Disney Blogs (dramaturgia)

 

Besonders interessant finde ich bei diesem Graph, dass er total zutrifft. Ja, wir sind alle traurig, wenn Mufasa in die Schlucht fällt. Wir sind schockiert und wir können es nicht glauben. Aber wir weinen nicht so wirklich. Einerseits besteht ja noch die Hoffnung, dass er überlebt hat (die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt). Und andererseits … Na ja, wir sehen in unserer Film- und TV-Zuschauerzeit so viele Figuren sterben … Es ist unheimlich traurig, ja. Aber wir können uns noch zusammenreißen.

Und dann – wir sind total froh, dass wir diesmal nicht geweint haben – kommt der kleine, völlig fertige Simba, schiebt sich unter die riesige Pfote seines Papas, stupst ihn mit der Nase an und sagt: „Papa, wach auf!“. Und dann fangen wir doch an zu weinen. Denn den Schmerz von anderen zu sehen ist viel schlimmer. Mit unserer eigenen Traurigkeit kommen wir schon irgendwie klar. Aber dieses winzige Löwenbaby weinen zu sehen, das drückt schon sehr auf unsere Tränendrüsen – zumindest auf meine ^^ 

Den ganzen Artikel mit einigen anderen Graphen gibt es übrigens hier.