Anlässlich meines (aus Zeitgründen ungeachtet verstrichenen) Blog-Geburtstags eine kleine Selbstreflexion darüber, dass meine Bücher des Monats eigentlich gar keine Rezensionen sind – inklusive Überblick über die letzten fünf Bücher des Monats.

Warum mein „Buch des Monats“ keine Rezension ist

In letzter Zeit beschäftige ich mich als Vorbereitung auf eine Blog-Tour (more to come soon) viel mit anderen (Buch-)Blogs, die allesamt haufenweise Rezensionen schreiben, massig Artikel raushauen (wovor ich wahnsinnig Respekt habe – falls du das hier gerade liest und dich angesprochen fühlst, ich habe wirklich Respekt vor dir, deiner Ausdauer, deiner Zeit und deiner Liebe zum Blog und zum Detail!).

  • Da ist Aleshanee von Weltenwanderer, die immer um die 30 Artikel im Monat postet, fast nur Rezensionen – Wahnsinn, Alex!
  • Da ist Mel von Bookrecession, die über 120 (!) Rezensionen auf ihrem Blog hat.
  • Da sind Jack und Tilly von In Flagranti Books, die morgens um 5 Uhr (wtf!!!) aufstehen und gefühlte 3 Stunden lang Kommentare beantworten, Blogs stöbern und ihren eigenen Blog pflegen.
  • Und da sind Dutzende andere, die ich vergessen habe, die ihren Blog liebevoll pflegen, eigene Icons und Grafiken gestalten, sich ein wahnsinnig ausgeklügeltes Bewertungs-System überlegen, an Lese-Challenges teilnehmen und viel, viel Zeit und Herzblut in ihren Blog stecken.

Und da bin ich. Nicht, dass ich kein Herzblut in meinen Blog stecken würde. Ich mache es nur irgendwie anders.
Ich, die zwar ein aus allen Nähten platzendes Bücherregal und ein (vergleichsweise kleines) SuB (für alle Nicht-Literaturblogger: „Shelf of unread Books“) hat, die pro Monat zwischen 1 (!) und 5 Artikel schreibt und Rezensionen einmal im Monat eher wie eine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen einer Thesis schreibt denn als subjektives Leser-Feedback.

Und da ging es mir auf.

 

Das „Buch des Monats“ ist ein Dramaturgie(a)-Check

Ein von mir sehr geschätzter Professor, Prof. Eric Rabkin, der an der University of Michigan das wunderbare Fach „Fantasy and Science Fiction: The Human Mind, Our Modern World“ unterrichtet (den 10-wöchigen Online-Kurs dazu kann man kostenlos auf Coursera absolvieren, es lohnt sich!) hat immer gesagt, wenn man etwas schreibt, soll man es so schreiben, dass es einen Mehrwert für an der Sache interessierte, kluge Köpfe bietet:

Our system relies on the notion that we are a community of mutually engaged readers and writers.
Every essay should be aimed at enriching the reading of the intelligent, attentive fellow student in this course. 

Und  genau das will ich mit jedem einzelnen meiner Blog-Artikel. Ich will einen Mehrwert schaffen für Leute, die genauso engaged sind wie ich.

Die meisten Artikel von Blogger-Kollegen haben zwischen 400 und 800 Worten (und viele Bilder). Meine Artikel haben im Durchschnitt 900-1.100 Worte und kaum Bilder. Ich nehme wirklich jeden Artikel so ernst wie eine Bachelor-Thesis. Ich will mit jedem einzelnen Artikel einen richtigen Mehrwert schaffen, und zwar über das einzelne Buch hinaus. Ich lerne von jedem Buch, und ich möchte dieses Wissen mit anderen teilen.

Wenn ich von einem Buch (oder Film oder Spiel oder Serie) schwärme, dann, weil es dramaturgisch großartig ist und tolle, nachvollziehbare Figuren mit echten Gefühlen und Beziehungen hat. Dann versuche ich zu lernen, welche dieser Elemente (oder welche Kombinationen) es sind, die dafür verantwortlich sind, dass es so gut ist.

Aber wenn ein Buch schlecht ist, dann lerne ich trotzdem etwas davon.

Selbst ein schlechtes Werk kann noch für etwas gut sein: Als Beispiel, wie man es nicht macht.

Und auch das möchte ich schriftlich festhalten und teilen. Deswegen sind meine Bücher des Monats keine einfachen Rezensionen. Es sind eher Dramaturgie(a)-Checks.
Ich glaube, sie taugen nicht so gut als Entscheidungshilfe „Soll ich das Buch lesen oder nicht“ sondern – nun ja, eben als „bereichernde Ergänzung intelligenter, aufmerksamer Leser und Zuschauer“, wie Eric Rabkin sagen würde.

Trotzdem habe ich mir für die Zukunft vorgenommen, ein bisschen weniger Wörter und ein bisschen mehr Bilder zu verwenden – schließlich sind wir ja alle zum Spaß und nicht zur Arbeit hier ;-) (außer wir sind (Drehbuch-)Autoren, Filmproduzenten, Verleger oder Lektoren ^^).

So, jetzt aber hier der:

 

Überblick über die verpassten Bücher des Monats:

Mai: Das Herz des Jägers (Lara Adrian)

Lara Adrian: Das Herz des Jägers (Der Kelch von Anavrin 1). (c)2011 Egmont Lyx Verlag. (dramaturgia)Eigentlich wollte ich mit Das Herz des Jägers (Der Kelch von Anavrin 1) von Lara Adrian (als Tina St. John) bloß mal wieder einen Fantasy Roman lesen. Jetzt weiß ich, dass es das Genre „Pseudohistorischer Liebesroman“ gibt. Und ich hätte mir denken können, dass es voller Klischees steckt. Aber keiner hat mich vor so viel Sex gewarnt!

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Juni: Unter Verschluss (Greg Iles)

Greg Iles: Unter Verschluss (c)2010 Bastei Lübbe (dramaturgia)Nach @E.R.O.S. hier mein zweiter Thriller von Greg Iles, gelesen von Uve Teschner. Und wieder bin ich stark beeindruckt – sowohl von der Erzählkunst Iles‘, die mit authentischen Figuren und tollen Handlungssträngen in einem Kontext „von nationaler Bedeutung“ auftrumpft, als auch von der großartigen Erzählleistung Teschners.

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Juli: Die Pestmagd (Brigitte Riebe)

Brigitte Riebe: Die Pestmagd. (c)2013 Diana Verlag. (dramaturgia)Nach der Enttäuschung bei Die Liebenden von San Marco versuche ich es noch einmal mit der Pest – weil mich das Thema so fasziniert! Gibt es überhaupt Autoren, die dieses Thema in Historischen Romanen behandeln, und dabei spannende Geschichten und schöne Charaktere entwerfen können? Ist Brigitte Riebe eine davon? Lest selbst.

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August: Noah (Sebastian Fitzek)

Sebastian Fitzek: Noah. (c)2013 Bastei Lübbe. (dramaturgia)Der neue Polit-Thriller Noah von Sebastian Fitzek klingt auf den ersten Blick wie eine biblische Verschwörungstheorie und auf den zweiten Blick wie ein typischer Agenten-Thriller mit Amnesie-Patient. Aber das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Lest hier, warum Noah ein Must-Read des Jahres ist, was das Ganze mit Dan BrownInferno zu tun hat und wie viele Erden ich für meinen Lebensstil brauche.

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September: Wild Cards: Das Spiel der Spiele (George R.R. Martin et al.)

George R.R. Martin et al.: Wild Cards: Das Spiel der Spiele. (c)2014 Penhaligon Verlag (dramaturgia)Das ist es also, das neue Teil des Lied von Eis und Feuer (Game of Thrones) Schöpfers George R.R. Martin. Moment mal, „George R.R. Martin et al.“? „George R.R. Martin (Hrsg.)“? Versteckt sich hier etwa jemand unter dem Deckmantel des durch die HBO Serie berühmt gewordenen Autors? Und was hat das Ganze mit Ägypten zu tun? Wild Cards: Das Spiel der Spiele im Dramaturgia-Check.

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